Ein freundliches Hallo in die Runde,

ich denke in den letzten Tagen und Wochen durch Impulse von mehreren Seiten sehr viel über Eigenverantwortung als Christ nach. Wir sind Christen, Nachfolger Christi, Seine Jünger. Also solche folgen wir Jesus, wollen so sein wie Er ... und Sein Geist ermöglicht uns dies.
In der Bibel finden wir, daß Gott alle Auserwählten schon vorherbestimmt hat. Für Gott hat die Endzeit ja schon ihr Ende, es ist schon alles passiert. Nur wir sind sozusagen noch mittendrin. Gott hat jeden schon bei seinem Namen gerufen zur Erschaffung der Welt. Er hat uns alle erschaffen und kennt unseren Weg ...
Wenn nichts mehr mich von der Liebe Gottes trennen kann, so wie ich es im Wort bestätigt finde, alles schon vorherbestimmt ist - was ist dann noch mein Part? Inwiefern bin ich dann noch Gottes Partner? Ich bin zugegeben durch das Studium der Offenbarung (vor allem 6-8) etwas irritiert, unsicher geworden. Um meine Gedanken zu ordnen, ordnen zu können oder auch ordnen lassen zu können (?), schreibe ich sie nieder ... in der Hoffnung, ein Austausch bringt Klarheit oder mehr Klarheit. Ich komm im Moment nicht wirklich damit klar - ich bin Gottes Freund, Gottes Partner, Auserwählte, errettet, freigekauft ... und doch noch in dieser Welt. Welche Verantwortung habe ich, wenn doch Gott bereits den Weg eines jeden Lebens kennt, vorherbestimmt hat? Wieviel kann ich "falsch" machen? Kann ich überhaupt etwas "falsch" machen? Was hab ich dann noch "zu tun"? Oder soll ich gar nichts tun, weil ich eh nichts tun kann und Gott alles vorherbestimmt hat? Ich bin einerseits heil-froh :-) und andererseits irritiert, weil ich auch keine Marionette sein möchte, das hat für mich noch so "negativen" Beigeschmack.

Wie seht Ihr das?
Hat jemand Gedanken? 'Ne Meinung?

Schlagworte: berg, berlin, berlin-, berliner, charlottenburg, freundschaften, friedrichshain, frohnau, hohenschönhausen, kiez

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Antworten zu dieser Diskussion

Hallo Simi,
ich komme gerade nach Hause. Morgen nach dem Ganztags-Seminar werde ich auf diesen interessanten Punkt eingehen und vorher die Stellen nachlesen. Eigenverantwortung ist für uns alle ja eine ständige Herausforderung. Spontan fällt mir aus dem Buch der Könige der Prophet aus Juda ein. Gott gab ihm eine Anweisung und ein anderer Prophet sagte ihm dann, Gott habe ihm gesagt, dass er (der Mann aus Juda) jetzt doch das Gegenteil machen solle. Dieser ging darauf ein und starb. Nun hat das natürlich so auf den Abend noch keine sehr motivierende Aussage ^^ :-) Aber morgen dann mehr. Was denkst du über den Mann aus Juda, passt das hier rein??
Günther

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Hallo Simi,

hhmmm, ich habe nachgedacht. Also ich stelle mir das so vor. Vielleicht kann man dies nur in Bildern ausdrücken.

1. Da sitzt ein kleines Kind am Tisch und spielt mit dem Glas voller Orangensaft. Ihrgendwie weis die Mama schon, wie das ausgehen wird....

2. Ein Schiff segelt auf dem Meer. Ein Sturm kommt auf. Die Wellen machen was sie wollen, aber trotz aller Winde, kommt das Schiff da an, wo sein Bestimmungsort ist.

3. Ein Bekannter hat mir vor kurzem ein interessantes Bild vermittelt: Im Himmel gibt es ein Museum der unerfüllten Prophetien und Verheißungen. Dazu meinte er, dass nur 2 Prozent aller Verheißungen abgeholt werden...

Sicherlich weiß Gott in Off. 6-8 schon, wohin sich die Wellen aufschaukeln werden und was die Konsequenzen davon sind bzw. was sein Ziel ist.

Hier auf der Erde haben wir aber Entscheidungsfreiheit, sonst hätte er sicherlich keinen Baum der Entscheidung in den Garten Eden gestellt.

Am besten wird die Wahlfreiheit in der Geschichte des verlorenen Sohnes und des daheimgebliebenen Sohnes beantwortet. Beide haben bzw. haben nicht von der Wahlfreiheit Gebrauch gemacht. Der Daheimgebliebene empfand dann sogar Bitterkeitsgefühle, weil er von seiner Freiheit keinen Gebrauch gemacht hatte. Die Antwort des Vaters war: Es war doch alles deins. Du hättest dir was aussuchen können.

Ich glaube, die Antwort auf deine Frage ist weder Unabhängigkeit oder sich schicksalhaft treiben lassen. Vielmehr finde ich, dass es um eine Beziehung zu Gott geht, in der beide Seiten aufeinandereingehen und um Eigenverantwortung und Erwachsenwerden (siehe 1 Johannes 2, auch Hebräer feste Speise zu sich nehmen)

Was denkst du, liebe Simi

Hier zwei Artikel, die sich auch um dieses Thema drehen:

Sich selbst lieben und das Leben gestalten

Der Plan Gottes für deine Erlösung


Gruß, Günther

Darauf antworten

Vielen Dank Günther,

die Bilder sind gut, aber ist es auch wirklich das? Gott kennt den Ausgang der Geschichte schon, die Mutter mit dem Kind, welches mit dem O-Saft spielt nicht. Sie vermutet einen Ausgang (sie weiß 'irgendwie') ... Gott aber kennt den Ausgang, ER vermutet ihn nicht und ER weiß ihn nicht nur 'irgendwie' - ER wirkt doch alles ... Für mich ein enormer Unterschied. Findste nich? Ich komm mit dieser "Marionetten"-Schiene nicht klar, um ehrlich zu sein. Auserwählt, vorherbestimmt ... alles ... auch mein ganzes Leben ... und doch in einer Freiheit raus aus Lügen, Betrug, Hass etc. ... eben hin zu Gott ... mein Mensch in mir kommt mit der 'Freiheit' nicht klar, weil sie doch eigentlich gar nicht frei von allem ist, sondern eben frei von dieser Welt, frei zu/für Gott ... frei für das, wozu wir geschaffen sind ... Vor ein paar Tagen sah ich eine sehr futuristische Version von Pinoccio ... geschaffen für ... *denk*

Im Moment hab ich das Gefühl, in einem Dornengestrüpp zu sein, den Himmel irgendwie zu sehen, aber eben nur irgendwie ...

Zusätzlich 'belastet' mich noch der Tod meiner engsten Freundin, sie verstarb nach kurzer schwerer Krankheit am 04.10. Am 10. hätte sie ihren 39. Geburtstag gefeiert und wir alle mit ihr ...
Sie war einer der ersten Meilensteine auf meinem Weg in mein neues Leben. Und sie glaubte nicht mal an Gott. ER hat sie mir geschickt, davon bin ich überzeugt ... und ich kann nur die Hoffnung haben, daß sie bei Ihm ist ... Am Samstag war die Beisetzung ... steckt mir tief in den Knochen, obwohl ich faszinierenderweise eine ganze Familie quasi geschenkt bekam ... Gott rührt immer unsere Herzen an, selbst in so einem Moment ... von meiner eigenen Mutter dann wieder der erste 'Gong' - 'ach ich kenn das ja auch, durch die Oma, es ist viel schwerer (als 'nur' die Freundin zu verlieren). *grrrrr*

Ich kann noch nicht wirklich wieder "klar denken", bin aber dankbar für die vielen "Ventile", die mir Gott im Laufe der Zeit unserer Beziehung schenkt ... oder wie wir gestern im Lobpreis anbeteten:

Ob mich Freude erfüllt oder Traurigkeit quält ...
Ob im Licht Deiner Kraft oder in tiefster Nacht ...
Ob ich seh wie Du führst, oder zweifel an mir ...
Ob mein Herz für Dich brennt oder Schwachheit mich lähmt ...
Herr ich lieb Dich, ich vertraue Dir

Ich weiß, was ich mit Gott erlebt habe, das ist und war übernatürlich und eben nicht 'von dieser Welt'. Ich bin dankbar, nicht mehr in diesem alten Leben festzuhängen, sondern eben davon frei zu sein. Es ist eine Art Urvertrauen, welches in mich gelegt ist ... nichts kann uns mehr trennen von Ihm und Seiner Liebe ...

Vielen Dank Dir.
Die Stelle mit dem Mann aus Juda schau ich mir später an ...

Darauf antworten

hi simi,
ich verstehe dich ziemlich gut, weil diese diskrepanz immer wieder in gesprächen, diskussionen oder in den eigenen gedanken auftaucht.
wir hatten das letztens im bibelkreis. es ging um römer 8: "nichts kann uns scheiden von der liebe gottes..."
aber - so sagten einige - es passieren soviele schlimme dinge. ist das gottes liebe? oder wenn mein mann/freund/frau/mutter verloren geht, kann das liebe sein?
wir fanden dann, dass es zwei ebenen gibt. zum einen: gottes liebe ist da. sie ist so stark, so gross - niemand und nichts kann sie verdrängen, umwerfen, beseitigen. auch satan mit allen tricks nicht.
aber dann ist da unsere seite. die seite der "gefühlten liebe", wo so vieles passiert, was wir weder erklären noch begreifen können. und trotzdem sagt die bibel, dass uns nichts scheiden kann. das muss man erst mal akzeptieren.
der nächste schritt wäre, woran es liegen kann, dass ich das nicht so erlebe, wie es paulus da ausdrückt (im auftrag gottes). naja, das wäre ein extra thema.
worauf ich hinaus will ist, dass es immer mindestens zwei seiten gibt: gottes gnade und fürsorge - aber dann auch unsere verantwortung.
grundsätzlich wollte gott nicht, dass menschen sich gegen ihn wenden, aber er wollte auch keine marionetten, die automatisch seine wünsche befolgen. wir kennen das von unseren kindern: gehorsam/gemeinschaft nur aus zwang - nee, das wollen wir nicht. und deshalb hat gott das risiko auf sich genonmmen, dem menschen einen freien willen "einzupflanzen". naja, das ergebnis kennen wir.
wegen deiner freundin - das tut mir sehr leid. gerade durch solche tiefen erlebnisse werden oft gedankenprozesse in gang gesetzt... ich wünsche dir, dass du wirklich trauern und weinen kannst. aber ich wünsche dir auch, dass echter trost von "dem gott alles trostes" kommt. dass du dich aufgefangen fühlst und dich die offenen fragen nicht irre machen an seiner liebe. es gibt sicher antworten - aber manchmal bekommen wir sie erst später.
liebe grüsse unbekannterweise aus dem süden,
andy

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Das ist sehr schön erklärt.

andy55 said:
hi simi,
ich verstehe dich ziemlich gut, weil diese diskrepanz immer wieder in gesprächen, diskussionen oder in den eigenen gedanken auftaucht.
wir hatten das letztens im bibelkreis. es ging um römer 8: "nichts kann uns scheiden von der liebe gottes..."
aber - so sagten einige - es passieren soviele schlimme dinge. ist das gottes liebe? oder wenn mein mann/freund/frau/mutter verloren geht, kann das liebe sein?
wir fanden dann, dass es zwei ebenen gibt. zum einen: gottes liebe ist da. sie ist so stark, so gross - niemand und nichts kann sie verdrängen, umwerfen, beseitigen. auch satan mit allen tricks nicht.
aber dann ist da unsere seite. die seite der "gefühlten liebe", wo so vieles passiert, was wir weder erklären noch begreifen können. und trotzdem sagt die bibel, dass uns nichts scheiden kann. das muss man erst mal akzeptieren.
der nächste schritt wäre, woran es liegen kann, dass ich das nicht so erlebe, wie es paulus da ausdrückt (im auftrag gottes). naja, das wäre ein extra thema.
worauf ich hinaus will ist, dass es immer mindestens zwei seiten gibt: gottes gnade und fürsorge - aber dann auch unsere verantwortung.
grundsätzlich wollte gott nicht, dass menschen sich gegen ihn wenden, aber er wollte auch keine marionetten, die automatisch seine wünsche befolgen. wir kennen das von unseren kindern: gehorsam/gemeinschaft nur aus zwang - nee, das wollen wir nicht. und deshalb hat gott das risiko auf sich genonmmen, dem menschen einen freien willen "einzupflanzen". naja, das ergebnis kennen wir.
wegen deiner freundin - das tut mir sehr leid. gerade durch solche tiefen erlebnisse werden oft gedankenprozesse in gang gesetzt... ich wünsche dir, dass du wirklich trauern und weinen kannst. aber ich wünsche dir auch, dass echter trost von "dem gott alles trostes" kommt. dass du dich aufgefangen fühlst und dich die offenen fragen nicht irre machen an seiner liebe. es gibt sicher antworten - aber manchmal bekommen wir sie erst später.
liebe grüsse unbekannterweise aus dem süden,
andy

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Vielen Dank Ihr Zwei,

ich hab unseren Gott, unseren Vater schon so kennengelernt, daß ER immer dann da ist, wenn ich am wenigsten Land sehe ... ich vertraue tatsächlich schon darauf, daß ER mir immer weiterhilft, daß ER mir immer Menschen schickt, die mich weiterbringen oder die mir weiterhelfen mit Antworten oder Fragen ...

Ich war bis gestern ziemlich down, konnte mich einfach nicht hochrappeln, nicht aufrappeln, hatte zu nichts mehr Lust, mir fehlte der Antrieb, mit Menschen wollte ich nicht wirklich reden/sprechen, nicht telefonieren, ich wollte einfach nur für mich sein, auch ohne Bibel, ohne großen Lobpreis ... ich könnte fast sagen 'so ohne Gott' ... und doch war ER immer da ... irgendwie ... ER zog mich in Anbetung hinein, in den Lobpreis hinein ... ER sandte mir meine Eltern heute vorbei (verabredet, aber es paßt halt manchmal wie die Faust aufs Auge) ... ich bin seit heute Morgen wieder mit Elan angefüllt, ich möchte wieder was tun ... ich hab wieder Freude am Denken, am Erkunden, am Lehren, am Zeugnis geben ... an eben so vielen Dingen, die ich den ganzen Tag so tue ... mir macht meine Wohnung wieder Spaß (ich bin grad erst vor einem 1/2 Jahr hier hergezogen)... überhaupt - ich hab eben wieder Freude an Dingen ...
Das kann nur von Gott gewirkt sein.

Wir haben gerade in der Gemeinde Besuch erhalten - das ist schon eine ganze unglaubliche Geschichte für sich. Der Samuel war schonmal da ... er kommt aus Niedersachsen und hatte eines Abends den 'Marschbefehl' erhalten, nach Berlin zu fahren (mit dem Fahrrad). Er fuhr also los. Dann kam er nach Berlin, wußte noch nicht, wohin und fand eine Bank in einem schönen Innenhof inmitten von Berlin ... dort schlief er ... ein freundlicher Bruder weckte ihn am nächsten Morgen (Sonntag) um 9.00, weil es doch um 10.00 einen Godi geben würde ... das war unsere Schwestergemeinde. Er nahm an deren Godi teil, hatte aber nicht das Empfinden, als wäre es das jetzt. Dann fand er uns ... wir haben 12.00 Godi ... und im Godi selbst erhielt er Antworten, Impulse für uns, Hinweis(ung)e(n) für uns ...

Er nutzt zusammen mit seinem Bruder seine Ferien, um mit und für uns in Berlin zu evangelisieren ... er hat das starke Empfinden mit und für uns etwas zu tun ... Wir sind sehr berührt, sehr angetan von diesem jungen Mann (Royal Rangers) und seinem 'Marschbefehl' und eben unserer Gemeinde auf dem Herzen ...
Das ist so der Hammer ...

Ich bin so begeistert ... ich erinnere mich so gern daran, in welch einem Leben ich jetzt wahrscheinlich stecken würde, wenn ich Jesus nicht begegnet wäre ... wovon ER mich befreit hat ... Hallelujah! Mein ganzes Leben ist ein einziger Segen - so empfinde ich es heute ...

Ich bin sehr dankbar für die Impulse, die ich von dieser Seite hier erhalte, bin dankbar für liebe Menschen, die ich kennenlernen darf, vielleicht auch eben mal Menschen in Berlin, in meiner Umgebung *schmunzel*. Gott wirkt auf vielfältige Weise und Ihm ist nichts unmöglich.

Vielen vielen Dank ... für alles mögliche ... :-)

God is good
all the time
:-)

Eure Simi

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